Irrtümer rund um die Elektroauto-Batterie

Veröffentlicht: ·Aktualisiert: ·3 min Lesezeit
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„Kurze Ladungen sind schlecht für die Elektroauto-Batterie, man sollte sie immer komplett entladen und wieder aufladen.“ „Hohe und niedrige Temperaturen schaden der Batterie.“ „Batterien können nicht recycelt werden und sind somit Sondermüll.“ In der aktuellen Diskussion um E-Fahrzeuge begegnet man vielen unterschiedlichen Informationen. Manchmal weiß man gar nicht mehr so recht, was davon eigentlich stimmt. Auch in Bezug auf die Batterie von E-Fahrzeugen gibt es so einige Irrtümer, mit denen wir in diesem Blogbeitrag aufräumen.

„Sequenzielles Laden bzw. kurze „Mikroladungen“ schaden der Batterie. Man sollte sie am besten immer komplett aufladen und komplett entladen.“

Bei dieser Thematik muss die Art der Batterie beachtet werden. Bei Bleibatterien trifft die Aussage zu, diese sollten möglichst vollständig geladen und wieder entladen werden. Moderne Batterien in E-Fahrzeugen bestehen allerdings fast ausschließlich aus Lithium-Ionen-Zellen. Diese verkraften sequenzielles Laden bzw. kurze Ladungen problemlos, da es keinen sogenannten „Memory-Effekt“ wie bei älteren Batterien mehr gibt. Wer die Batterie schonen möchte, sollte eher häufiger laden und den Ladezustand zwischen 20 % und 80 % halten.

Gut zu wissen: Die Lebensdauer einer Elektroauto-Batterie ist mit der Anzahl an Ladezyklen angegeben. Wenn diese Anzahl erreicht ist, garantiert der Hersteller eine Batteriekapazität von noch 80 %. Hersteller beziehen sich dabei allerdings auf solche Ladevorgänge, bei denen die Batterie komplett entladen, und dann auf 100 % geladen wird. Ein solcher Ladevorgang belastet die Lithium-Ionen-Zelle aber viel stärker als mehrere kürzere Ladezyklen im Bereich von 20 % bis 80 %. Lädt man also vorwiegend in diesem Bereich, kann die Lebenserwartung der Batterie deutlich erhöht werden. Öfter mal zwischendurch Laden ist für die Haltbarkeit also ideal. ChargeHere nutzt dieses Wissen und setzt auf kürzere, sequenzielle Ladezyklen.

„Hohe oder niedrige Temperaturen schaden der Batterie. Man sollte ein E-Auto deshalb am besten in der Garage parken.“

Das stimmt zum Teil. So ist der Energieverbrauch der Elektroauto-Batterie bei kalten Temperaturen gesteigert, da der Innenwiderstand der Zellen ansteigt. Das ist für die Batterie an sich aber kein Problem. Sobald man die Zellen wieder belastet, werden diese dadurch schneller warm und der Innenwiderstand sinkt. Bei sehr hohen Temperaturen kann es dazu kommen, dass die Zellen der Batterie durch Nebenreaktionen schneller altern. Das kann vor allem bei Mobiltelefonen ein Problem sein, da es oft direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Bei E-Fahrzeugen ist die Batterie durch die Karosserie stets geschützt. Generell fühlen sich Lithium-Ionen-Akkus bei Temperaturen zwischen zehn und 30 Grad am wohlsten. Allerdings kann es erst ab Grenzwerten von minus zehn oder plus 50 Grad dazu kommen, dass die Batterie tatsächlich Schaden durch die Temperatur nehmen könnte.

„Die Batterien von E-Fahrzeugen können nicht recycelt werden und sind deshalb schädlich für die Umwelt.“

Wenn die Lebensdauer der Batterie nach vielen Jahren erreicht ist, muss sie irgendwann ausgetauscht werden, da sich die Kapazität reduziert. Es gibt verschiedene Szenarien, wie sie dann weiterverwendet werden kann. So können sie noch als Ersatzakkus oder als Energiespeicher verwendet werden, beispielsweise für Energie aus erneuerbaren Quellen. Laut dem Verband der Elektrotechnik kann die Lebensdauer einer Batterie auf 20 Jahre und mehr verlängert werden. Wenn die Elektroauto-Batterie dann aber tatsächlich an ihrem Ende angelangt ist, muss sie recycelt werden. Die Zeit hat hierzu einen sehr lesenswerten Artikel verfasst.

Das Batterie-Recycling befindet sich aktuell noch in der Anfangsphase. Eine Lösung der Thematik ist jedoch entscheidend für den Erfolg der Elektromobilität, da die in den Batterien verwendeten Rohstoffe teuer sind und auch die Förderung teilweise nicht unkritisch ist.

In einer Elektroauto-Batterie befinden sich Rohstoffe wie Stahl, Aluminium, Lithium, Kupfer, Kobalt und Nickel, Isolierungskunststoffe und flüssiger Elektrolyt. Da liegt auf der Hand, dass ein Recyclingnetzwerk aufgebaut werden muss – aus Gründen des Umwelt- und Ressourcenschutzes als auch aus Kostengründen. Es gibt einige Unternehmen, die sich auf das Recycling von Batterien spezialisiert haben – zum Beispiel Umicore in Belgien. Allerdings liegt der Fokus des Recyclings aktuell nicht auf der Rückgewinnung von Lithium, da dieser Rohstoff nur ein Prozent des Gewichts einer Batterie ausmacht, auch die Kosten halten sich dafür in Grenzen. Wichtiger sind Metalle wie Kupfer, Kobalt und Nickel, die bei hohen Temperaturen voneinander getrennt werden. Bei diesem Prozess entsteht kaum Abfall, es bleiben weniger als ein Prozent an Rückständen. Recycling ist also möglich, allerdings sind Hersteller, Recyclingunternehmen und die Politik gefragt, zusammen eine Industrie aufzubauen, die sich diesem Thema in großem Stil widmet.

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