Glossar

Die wichtigsten Begriffe zum Thema Elektromobilität im Überblick

a

Die Abkürzung AC steht für „Alternating Current“, das bedeutet übersetzt Wechselstrom. AC – Ladungen finden vorwiegend mit einer Ladeleistung von bis zu 22kW (Kilowatt) statt. Bevorzugt wird diese Ladetechnologie für Ladevorgänge mit längeren Standzeiten verwendet, bspw. zu Hause oder am Arbeitsplatz.

Ist das Ladekabel an der Ladesäule bereits angebracht, spricht man von einem angeschlagenem Ladekabel. Dies hat den Vorteil, dass der Nutzer kein eigenes Ladekabel für den Ladevorgang mitbringen muss.

b

Die Kapazität gibt die Energiemenge an, die eine Batterie liefern bzw. speichern kann. Die Batteriekapazität ist von dem Volumen sowie dem Zellentyp abhängig. Sie wird in der Einheit kWh angegeben.

c

Der Charge Point Operator (CPO) ist für den technischen Betrieb der Ladeinfrastruktur zuständig. Neben der Wartung und dem Service eines Ladepunktes, ist er auch für die Stromversorgung der Ladestationen verantwortlich. Er kann, muss aber nicht, der Besitzer der Ladestationen sein.

d

Die Abkürzung DC steht für „Direct Current“, das bedeutet übersetzt Gleichstrom. DC-Ladungen finden überwiegend mit einer Ladeleistung von größer 50kW statt. Bevorzugt wird diese Ladetechnologie für Ladevorgänge mit kurzen Standzeiten verwendet, bspw. an Rastplätzen oder Supermärkten.

e

Der E-Mobility Provider (EMP) ermöglicht den Ladevorgang. Er stellt bspw. die RFID-Ladekarten zur Verfügung. Mit dieser Ladekarte kann der Nutzer den Ladevorgang starten, während der EMP den Ladevorgang im Hintergrund frei gibt. Zudem ist er der Ansprechpartner für den Nutzer in Bezug auf die Tarifstrukturen oder Ladevorgänge.

Das Echtzeitmonitoring beschreibt die systemseitige Überwachung sowie die systematische Erfassung und Protokollierung von Ladevorgängen in Echtzeit.

Synonym für Ladesäule

h

Die Haushaltssteckdose wird auch Schuko-Stecker genannt. Eine haushaltsübliche Steckdose mit 230 Volt kann maximal eine Ladeleistung von 2,3 kW pro Ladepunkt erzeugen. Beispielsweise bräuchte ein BMW i3 rund 13 Stunden, um 80% geladen zu sein.

Wird das Elektrofahrzeug zuhause geladen, spricht man von einer Heimladung. Diese erfolgt in der Regel mit Wechselstrom (AC). Aufgrund dessen wird die Heimladung häufig als AC-Ladung bezeichnet.

j

Die Jahresbenutzungsdauer beschreibt die Anzahl der Stunden, in denen Sie durchgängig Strom mit der Maximalleistung bezogen hätten.

Als Jahreshöchstleistung wird die maximale Leistung bezeichnet, die aus dem Stromnetz über einen Netzanschlusspunkt innerhalb eines Jahres entnommen wird.

l

Eine Ladeinfrastruktur beschreibt mehrerer Ladepunkte in bspw. einem Parkhaus, einem Bundesland oder ganz Deutschland.
Beispiel: Mit finanzieller Unterstützung versucht die Bundesregierung den Aufbau mehrerer Ladepunkte für den Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland voranzutreiben.

Unter der Ladeleistung versteht man die maximale Leistungsaufnahme des E-Fahrzeugs während eines Ladevorgangs. Je höher diese ist, desto schneller ist der Ladezustand wieder bei 100 Prozent.

Vorsicht: Nicht jedes E-Fahrzeug kann mit der maximalen Ladeleistung der Ladestation geladen werden! Beispielsweise kann ein BMW i3 nur mit 11 kW AC laden. Wenn er an einer Wallbox mit 22 kW angesteckt wird, lädt er trotzdem nur mit 11 kW.

Um den Ladevorgang mehrerer Elektrofahrzeuge zu koordinieren, wird in eine Ladestation das Lademanagement integriert. Das Lademanagement bestimmt wie mehrere E-Autos geladen werden können. Die verschiedenen E-Autos können z.B. gleichzeitig, sequentiell oder priorisiert geladen werden.
Weitere Informationen zum Lademanagement finden Sie in unserem Ratgeber.

Ein Elektrofahrzeug wird an einem Ladepunkt geladen. Können an einer Ladesäule zwei Fahrzeuge gleichzeitig geladen werden, verfügt die Ladestation über zwei Ladepunkte.

Die Ladesäulenverordnung, ist eine gesetzliche Verordnung vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. In dieser Verordnung sind die Mindestanforderungen an öffentlichen Ladepunkt definiert.

Die Ladezeit hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Die Ladeleistung der Ladestation oder Steckdose
  • Die Kapazität der Batterie
  • Der Ladestand der Batterie (state of charge)
  • Die Ladetechnik des E-Autos

Gewöhnlich gibt der Hersteller der Elektroautos die durchschnittliche Ladedauer des Fahrzeugs an. Um die Ladedauer selbst zu berechnen, sind die wichtigsten Faktoren die Batteriekapazität und die Ladeleistung der Ladestation.

Beispielrechnung:
Die Batteriekapazität eines gewöhnlichen E-Autos beträgt rund 30 Kilowattstunden (kWh), was einer Reichweite von rund 250 km entspricht. Die Ladeleistung beträgt max. 11 kW. So lautet die Berechnung:

30 kWh / 11 kW = rund 2,7 h

Wichtig: Die Berechnung ist nur eine grobe Orientierung, da diese von dem aktuellen Batterie-Ladezustand, der Außentemperatur und der technischen Ausstattung des Elektroautos abhängig ist.

Der Ladezustand, auch State of Charge genannt, beschreibt das Verhältnis der aktuellen Lademenge zur gesamten Lademengenenkapazität in Prozent.

Beim Lastmanagement wird zwischen einem statischen und dynamischen differenziert.
Beim statischen Lastmanagement wird die maximale Leistung für die Ladeinfrastruktur festgelegt. Diese Leistung kann nicht überschritten werden, auch wenn mehr Leistung zur Verfügung stehen würde.
Das dynamische Lastmanagement passt sich kontinuierlich dem Angebot des verfügbaren Stroms an. Dadurch kann der Netzanschluss optimal genutzt werden. Eine ausführliche Erklärung des Lastmanagements finden Sie in unserem Ratgeber.

Wird kurzfristig viel Leistung aus dem Stromnetz aufgrund einer hohen Nachfrage benötigt, kann es zu einer Lastspitze kommen. Dadurch kann es zu einer Überbeanspruchung und auch zur Überlastung des Netzanschlusses kommen.

m

Dieses sogenannte „Notfallladekabel“ zeichnet sich dadurch aus, dass es neben dem passenden Anschluss (Typ 1- oder Typ 2-Stecker) für das Auto, einen Schuko-Stecker auf der anderen Seite hat. Die Kommunikation zwischen dem E-Auto und der Haushaltssteckdose übernimmt dabei eine In-Cabel-Controlbox (kurz: ICCB). Diese Steuerbox, die sich zwischen Fahrzeugstecker und Anschlussstecker befindet, wird dafür benötigt, die Stromstärke bei Steckdosen zu begrenzen. Allerdings kann diese kein Lastmanagement – wie es bei Ladestationen der Fall ist ­– durchführen, um zum Beispiel Lastspitzen zu verhindern.

Das Mode 3-Ladekabel ist ein Verbindungskabel zwischen Ladestation und E-Auto. Sie unterscheiden sich lediglich nach dem Stecker auf der Fahrzeugseite: In Europa hat sich der Typ 2-Stecker durchgesetzt – einige ältere Modelle haben aber auch einen Typ 1-Stecker.

n

Die Netzanschlusskapazität definiert die maximale Leistung, die dem Kunden als Energie zur Verfügung gestellt werden kann.

Nutzt eine Person/Haushalt Strom oder Gas, muss eine Gebühr an den Netzbetreiber bezahlt werden, dem das Netz gehört. Das Netzentgelt ist ein fester Bestandteil des Strom- und Gaspreises. Häufig ist der Begriff Netzentgelt, auch als Netznutzungsentgelt bekannt.
Eine Auflistung der einzelnen Bestandteile des Netzentgeltes hat die Bundesnetzagentur zusammengestellt.

Hierzu zählt jeder, der das Netz nutzt. Also, Strom aus dem Netz bezieht oder Strom in das Netz durch bspw. eine PV-Anlage einspeist.

In dem Bereich der Elektromobilität wird von einer Notladung gesprochen, wenn das E-Auto an einer Haushaltssteckdose geladen werden muss, da keine Ladestation zur Verfügung steht.

r

Die Ladekarten, die für den Ladevorgang eines Elektrofahrzeuges notwendig sind, enthalten einen RFID-Chip. Dieser Chip ermöglicht eine eindeutige Zuweisung des Kartenbesitzers, wodurch die Authentifizierung an dem Ladepunkt ermöglicht wird. Erst wenn die Ladestation anhand der Ladekarte den Nutzer erkennt, ist es möglich, den Ladevorgang zu starten.

s

Eine Schnellladestation lädt das Fahrzeug mit Gleichstrom (DC) mit bis zu 300 kW. Im Vergleich zu einer normalen Ladestation kann der Ladevorgang aufgrund der höheren Ladeleistung deutlich schneller abgeschlossen werden. Die genaue Ladedauer ist von dem Fahrzeugmodell abhängig.

Schuko ist die Abkürzung für Schutzkontakt. Bei einem Schuko-Stecker handelt es sich um einen handelsüblichen Haushaltsstecker in Deutschland.

Ein Spiralladekabel, ist ein sprialförmiges Ladekabel. Dieses bietet den Vorteil, dass das Ladekabel nur wenig Platz für seine große Länge benötigt und sehr dehnbar ist.

w

Als eine Wallbox wird eine Ladestation bezeichnet, die an der Wand befestigt ist. Der Name Wandladestation ist abhängig von dem Hersteller. So nennt BMW seine Wandladestation „Wallbox“ und Tesla verwendet den Namen „Wall Connector“.

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