1:0 für 11kW gegen die Haushaltssteckdose

Veröffentlicht: ·Aktualisiert: ·4 min Lesezeit
TwinCharger ChargeHere

Warum ist es sinnvoller sein E-Auto mit einem Typ 1- oder Typ 2-Stecker zu laden? Und nicht einfach zuhause auf den Schuko-Stecker zurückzugreifen?
Wieso ein Mode 3-Ladekabel beim Laden eines E-Autos ganz klar gewinnt, wird im Folgenden erklärt:

Schuko-Stecker: Schuko ist die Abkürzung für Schutzkontakt. Bei diesem Stecker handelt es sich um einen handelsüblichen Haushaltsstecker in Deutschland.

Mode 3-Ladekabel: Das Mode 3-Ladekabel ist ein Verbindungskabel zwischen Ladestation und E-Auto. Sie unterscheiden sich lediglich nach dem Stecker auf der Fahrzeugseite: In Europa hat sich der Typ 2-Stecker durchgesetzt – einige ältere Modelle haben aber auch einen Typ 1-Stecker.

Laden Sie Ihr E-Auto über die Haushaltssteckdose, bezeichnet das der Hersteller der E-Autos als „Notladung“. Diese Variante des Ladens sollten Sie daher nur dann nutzen, wenn in Ihrer Nähe keine Ladeinfrastruktur verfügbar ist.

Trotzdem liegt es für die meisten E-Auto-Besitzer nahe, Ihr E-Fahrzeug zuhause zu laden. Deshalb scheint ihnen oft als einfachste Lösung, ihr Auto mit einem Schuko-Stecker über die Haushaltssteckdose zu laden. Wieso auf eine Ladeinfrastruktur setzen, wenn der Strom ganz einfach aus der Haushaltssteckdose zu ziehen ist?

Vorsicht! Es gibt einige Gründe, die für 11 kW-Laden und gegen das Laden über eine Haushaltssteckdose sprechen:

Bei der Serienausstattung der meisten E-Autos ist ein Mode-2-Ladekabel integriert. Dieses sogenannte „Notfallladekabel“ zeichnet sich dadurch aus, dass es neben dem passenden Anschluss (Typ 1- oder Typ 2-Stecker) für das Auto, auf der anderen Seite einen Schuko-Stecker hat. Die Kommunikation zwischen dem E-Auto und der Haushaltssteckdose übernimmt dabei eine In-Cabel-Controlbox (kurz: ICCB). Diese Steuerbox, die sich zwischen Fahrzeugstecker und Anschlussstecker befindet, wird dafür benötigt, die Stromstärke bei Steckdosen zu begrenzen. Allerdings kann diese kein Lastmanagement – wie es bei Ladestationen der Fall ist ­– durchführen, um zum Beispiel Lastspitzen zu verhindern.

Wenn Sie Ihr E-Auto über eine Haushaltssteckdose laden möchten, müssen Sie insgesamt sehr viel Ladezeit einplanen. Eine normale Steckdose mit 230 Volt kann maximal eine Ladeleistung von 2,3 kW pro Ladepunkt erzeugen. Beispielsweise bräuchte ein BMW i3 rund 13 Stunden, um 80% geladen zu sein. (Quelle: Herstellerseite BMW).

Um das Beispiel im Alltagskontext zu verdeutlichen:

Wenn das Elektroauto über mehrere Stunden mit einer Ladeleistung von 2,3 kW geladen wird, kommt das einem haushaltsüblichen Wasserkocher, der über 15 Stunden Wasser kocht, gleich. In den meisten Fällen wird dies niemand der eigenen Haushaltssteckdose antun. Die Gefahr, dass die Sicherung fliegt oder ein Kabelbrand verursacht wird, ist zu groß. Für eine Dauerbelastung bei maximaler Leistung ist die Steckdose somit nicht gemacht.

Wichtig ist, dass das Laden eines Elektroautos nicht mit anderen Elektrogeräten im Haushalt verglichen wird. Im Normalfall werden größere Verbraucher wie ein Föhn oder ein Staubsauger nur über einen kurzen Zeitraum am Tag hinweg genutzt. Das Elektroauto lädt hingegen mit voller Last über mehrere Stunden.

Ein intelligentes Lademanagement kann nur bei einer Ladestation zum Einsatz kommen

Im Gegensatz zur ChargeHere-Ladelösung ist ein intelligentes Lademanagement bei der Verwendung des Schuko-Steckers nicht möglich. Gerade bei einer hohen Anzahl an Ladepunkten in einem Parkhaus oder Tiefgarage ist neben dem Lastmanagement, ein Lademanagement von großer Bedeutung. Nur so kann die zur Verfügung stehende Leistung so effizient wie möglich ausgenutzt werden. Eine Überwachung der Ladeinfrastruktur kann ebenfalls nicht durchgeführt werden, da die Schuko-Steckdose über keine Kommunikationsschnittstelle verfügt.

Keine Abrechnung des Ladestroms über Haushaltssteckdosen möglich

Gerade für Betreiber eines Parkhauses, bei Wohn- und Eigentumsgemeinschaften oder gegenüber den Mitarbeitern im Unternehmen ist die Abrechnung der geladenen Strommenge je Ladevorgang wichtig. Bei der Nutzung von Schuko-Steckdosen kann weder eine Authentifizierung für den Ladepunkt noch eine Abrechnung des Ladestroms erfolgen.

Höhere Sicherheitsstandards bei Typ 1- oder Typ 2-Steckern

Insgesamt sind die Sicherheitsstandards bei einem Typ 2-Stecker wesentlich höher als bei einem Schuko-Stecker. Das liegt daran, dass die Leitung erst nach dem Einstecken des Steckers dem Auto zugeschaltet wird und somit Strom fließt. Auch die Akkus der neuen E-Autos entwickeln sich immer weiter und die Leistung wächst und wächst. Dementsprechend nimmt die Ladedauer über die Haushaltssteckdose immer mehr zu. Das Laden über einen Typ 1- oder Typ 2-Stecker ist somit viel effizienter, da die Ladetechnik in diesem Bereich im optimalen Betriebsbereich arbeiten kann.

Wachsender Komfort bei der E-Mobilität

E-Auto-Besitzer gewinnen zudem durch schnelleres und sicheres Laden zunehmend an Komfort. Bei regelmäßiger Nutzung muss das E-Fahrzeug mehrmals wöchentlich aufgeladen werden. Sollten Sie ihr Auto ausschließlich über Haushaltssteckdosen laden wollen, müssen Sie zuerst Ihr Mode-2-Ladekabel aus dem Kofferraum holen, anschließen und nach dem Ladevorgang in Ihr Auto zurücklegen. Zudem zeichnet sich das Notfallladekabel dadurch aus, dass es sehr kurz ist. Bei einer Ladestation ist das Ladekabel bereits festinstalliert und kann ganz einfach und ohne viel Aufwand eingesteckt werden. Bei der regelmäßigen Nutzung einer Schuko-Steckdose würden Sie auf den neu gewonnenen Komfort in der E-Mobilität verzichten.

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